#SuccessStory #Kombi
Elf Formate, eine Linie –
flexible Großanlage für weltweiten
Impfstoffversand
- Kartonieren von bis zu elf verschiedenen Formatkombinationen aus Vials, Spritzen und Nadeln
- Bis zu 270 Produkte pro Minute im Toploading-Verfahren
- Nachhaltige Kartongefache ersetzen bisherige Kunststofftrays
- Umfassendes Line-Clearance-Konzept für maximale Produktionssicherheit
- Sechs Linien an drei europäischen Standorten mit einheitlichem Grundprinzip


270
Produkte pro Minute
11
Formate
Anforderung
Weltweite Märkte, elf Konfigurationen, ein Karton:
Ein führender Impfstoffhersteller mit weltweiten Produktionsstandorten vermarktet seine Vakzine je nach Zielmarkt in unterschiedlichen Zusammenstellungen: Von Vial und Spritze bis hin zu zwei Vials ohne Injektionshilfe umfasst das Portfolio insgesamt elf Formate mit Komponenten in verschiedenen Größen, Gewichten und Längen. Für diese anspruchsvolle Aufgabe suchte das Unternehmen eine automatisierte Verpackungslösung, die sämtliche Varianten mit einer einheitlichen Verpackungsgröße abdeckt. Gleichzeitig sollte die Anlage nachhaltige Materialien verarbeiten – die bisherigen Kunststofftrays wollte der Hersteller durch Kartongefache ersetzen. Hinzu kamen die hohen Anforderungen der pharmazeutischen Industrie: Ein konsequentes Line-Clearance-Konzept musste sicherstellen, dass kein Produkt innerhalb der Anlage verloren geht. Da das Unternehmen zuvor keine vergleichbar komplexe Verpackungsmaschine einsetzte, betrat es mit dem Projekt echtes Neuland – gleich mit sechs Linien an drei europäischen Standorten.


Lösung
Technische Unterstützung aus Deutschland
Mit derart spezifischen Anforderungen kennt sich seit 60 Jahren ein Unternehmen aus, das roboterbasierte Verpackungsprozesse überhaupt etabliert hat: Die Gerhard Schubert GmbH aus Crailsheim war dem Hersteller bestens vertraut und bot mit ihrem TLM-Baukasten die modulare Grundlage, um das hochindividuelle Projekt umzusetzen. Schubert-Pharma entwickelt und realisiert effiziente Top-Loading-Verpackungslösungen für die Branche, mit einem Fokus auf sicheren Prozessen und GMP-gerechtem Design. Beste Voraussetzungen, zumal Schubert mit dem firmeneigenen Packaging Competence Center (PCC) Experten für Materialfragen und Maschinengängigkeit unter einem Dach versammelt. Während das PCC-Team für das Gefache tief in die Materialkiste griff, konzipierte ein weiteres Team die Linie. Diese umfasst auf nur 18 Metern neun Gestelle, in denen Roboter das Aufrichten, Beleimen und Füllen der Schachteln übernehmen. Transmodule von Schubert dienen als wichtiges Bindeglied: Die auf Schienen fahrenden Transporteinheiten führen Zuschnitte mit sich, die auf dem Weg zum F2-Roboter beleimt werden.
“So stellen wir sicher, dass die Anlage für die jeweilige Charge kein falsches Produkt
verpackt – und verhindern, dass Batches entsorgt werden müssen.”
Luca Blümlein, Projektmanager
Schubert-Pharma / Schubert Packaging Systems GmbH
Von der Kette in die Schachtel
Jeweils sechs Zuschnitte durchlaufen den Aufrichtprozess parallel auf unterschiedlichen Abschnitten. „So stehen schließlich zwölf Schachteln aufgerichtet auf einem Transmodul", erläutert Projektmanager Luca Blümlein. Im weiteren Verlauf faltet die Maschine in mehreren Stationen jeweils zwölf Gefache, klebt sie in die aufgerichteten Schachteln, legt erst Vials, Spritzen und Nadeln, anschließend Leaflets in die Schachteln und verschließt diese. Dazu faltet ein F2-Roboter die Gefache zunächst mit Hilfe eines Faltaggregates in die gewünschte Position und fährt anschließend über die Leimstation. Dabei werden die Gefache beleimt und in die aufgerichteten Kartons auf dem Transmodul eingeklebt. Währenddessen gelangen Spritzen über eine Zuführkette liegend in den Prozess. Ein F2-Roboter nimmt diese in einer 24er-Formation auf und legt sie auf einem Tisch ab, der die Spritzen in zwei 12er-Formationen spreizt. Ein weiterer F2-Roboter nimmt jeweils eine Formation vom Tisch auf und befüllt die Kartons auf dem Transmodul.
Über ähnliche Prozesse kommen Vials und Nadeln in die mit Gefachen versehenen Schachteln. Abschließend platzieren Roboter Beipackzettel auf den Produkten, bevor die Maschine die Schachteln verschließt, bedruckt und etikettiert. Auf einem Auslaufband
verlassen die Schachteln die Linie. Besonders wichtig: Zu jedem Zeitpunkt kontrollieren Kamerasysteme alle Materialien auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Das gilt für Materialcodes bei den Zuschnitten genauso wie für die Gefache und Schachteln, die die Systeme unter anderem auf Rechtwinkligkeit prüfen. Auch für jede Zuführung hat die Maschine eine Kamera, um zu kontrollieren, ob die jeweils passenden Vials, Spritzen und Nadeln gefahren werden. Bei den Kameras setzt Schubert zudem auf sogenannte Challenge Tests, um kritische Funktionen vor jeder neuen Charge eingehend zu überprüfen. Für diese Testläufe, bei denen unter anderem Codes geschwärzt oder Dummy-Produkte in den Prozess geschleust werden, hat Schubert die Maschine eigens für den Kunden programmiert. Über die Bedienerschnittstelle lässt sich der Test-Modus jederzeit einfach abrufen und für Zuschnitte sowie verpackte Produkte durchführen. Die Ergebnisse protokolliert das System automatisch im Batch-Report.
Bleche gegen Ausreißer
Und noch eine Eigenschaft zeichnet die Maschine aus, die vor allem im Pharmabereich ein absolutes Muss darstellt: Schubert-Pharma hat die Linie so konstruiert, dass Produkte stets sichtbar sind und innerhalb der Maschine verbleiben – selbst dann, wenn
sie umfallen oder wegrollen sollten. Im Sinne des Line-Clearance-Konzepts ist die Anlage im Innern mit Blechen verkleidet, damit es keine Spalten oder Hohlräume gibt, in denen Produkte sich festsetzen können. Die durchweg auf nachhaltiges, flexibles
Verpacken ausgerichtete Linie stellt damit ein hohes Maß an Produktionssicherheit her – „ein zentrales Kriterium bei Impfstoffen, die durchgängig verfügbar sein müssen", weiß Blümlein.
Für die leistungsstarke Linie meisterten Schubert-Pharma und der Hersteller so manche Herausforderung – ob beim Test der Zuführsysteme in Crailsheim oder der Entwicklung der Gefache, die nahtlos in die vorhandenen Schachteln passen mussten. Ziel war ein einheitlicher Karton, der unterschiedliche Produktkombinationen ermöglicht, aber keine Abstriche zum vorigen Format mit Tiefziehblister bedeutete. Zusammen mit dem PCC und dem Hersteller näherte sich Schubert-Pharma dem passenden Gefache. „Der direkte Austausch und ein iterativer Ansatz gaben den Ausschlag", schildert Blümlein das Vorgehen. Auch Anpassungen bei den Schachteln selbst nahm das PCC zusammen mit dem Kunden vor, damit Innen und Außen der Schachtel harmonieren.
So entstand mit der Linie nicht nur eine vielseitige Gesamtlösung, sondern für den Hersteller ein echtes Novum. Bis zu 270 Produkte pro Minute verpackt die Anlage in verschiedensten Kombinationen und ohne große Umstellung. Lediglich für ein Format – zwei Vials ohne Nadel und Spritze – muss der Kunde das Füllwerkzeug wechseln. „Dank unserer bewährten Technologie spart er wertvolle Zeit", hebt Blümlein hervor. Einem flexiblen Verpacken von Impfstoffen – und einer sicheren Versorgung weltweit – dürfte damit nichts im Wege stehen.
Technische Details
- Bis zu 270 Produkte pro Minute
- Elf verschiedene Formatkombinationen (Vials, Spritzen, Nadeln)
- Neun Gestelle auf 18 Metern Linienlänge
- Formatwechsel in unter 30 Minuten
- Nachhaltige Kartongefache statt Kunststofftrays
- Durchgängige Kameraüberwachung mit Challenge Tests
- Line-Clearance-Konzept mit vollständiger Blechverkleidung
- Sechs Linien an drei europäischen Produktionsstandorten
